Die Angst: Sie lebt in den Erwartungen, in dem, was wir uns als Kommendes vorstellen. Sie ist das Gefühl, das den Ereignissen vorausgeht. Sie ist bereits da: Sie kommt und weist den Weg – wie in der Geografie des Mythos. Und doch verhindert sie, während sie das Unterliegen voraussieht, zugleich dessen Ausgang. Es genügt, über das hinauszublicken, was unsere Augen – so oft trügerisch – zu sehen glauben: Sie sehen nicht, was vor ihnen liegt, sondern das, was der Geist bereits erwartet.
Unser Blick nimmt Unterschiede wahr. So könnte unsere Geschichte der von Perseus und Medusa gleichen: dem Blick des Ungeheuers nicht nachzugeben, nicht vor einem längst vertrauten Schrecken zu Stein zu werden. Geschützt können wir als Sieger zurückkehren – vielleicht sogar auf dem Rücken des Pegasus.
Wird es geschehen? Wer weiß. Wenn wir begännen, mit anderen Augen zu sehen, könnte uns eine Überraschung erwarten. Wenn die Angst in unseren Gedanken durch unser Handeln überwunden würde, könnte sich vielleicht ein Wunder offenbaren. Warum sollten wir ihr nicht folgen, so weit sie uns trägt?
Vom 16. bis 26. Juli kehrt das mitteleuropäische Festival Mittelfest mit einem vielfältigen Programm aus Musik, Tanz, Theater und Zirkus zurück. Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Teilen der Welt gestalten das Festival, dessen Leitmotiv in diesem Jahr die Angst ist.
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